Krankheitsbilder
Folgende Krankheitsbilder werden hier ( nach Fertigstellung ) näher erörtert:
- Demenz
- Schlaganfall
- Parkinson Krankheit
- Depressiver Erkrankungen bei älteren Menschen
1. Thema Demenz
Demenz Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Eine Demenz ist eine Hirnleistungsschwäche. "Demenz" ist also, wie Rheuma oder Krebs ein Sammelbegriff. Demenz bedeutet aus dem lateinischen wörtlich übersetzt soviel wie "Entgeistung". 1. Alzheimer- Erkrankung Die Demenz vom Alzheimertypus (DAT) ist die häufigste Form einer Demenz. Die Symptome der Alzheimer Krankheit werden durch einen ständigen und fortlaufenden Verlust von Nervenzellen hervorgerufen. Dadurch kommt es zur Schrumpfung des Gehirns. In mittleren und späten Krankheitsstadien kann diese Schrumpfung durch Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar gemacht werden. Diese Untersuchungen können dabei helfen, andere Krankheiten abzugrenzen, die ähnliche Symptome aufweisen. Dazu zählen unter anderem zerebrovaskuläre Krankheiten (Durchblutungsstörungen des Gehirns), Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und die Parkinson- Krankheit. Der Verlust von Nervenzellen tritt nicht nur in der Hirnrinde auf, sondern auch in tiefer liegenden Hirnstrukturen. Durch den Untergang der Nervenzellen werden auch die der Informationsweiterleitung und -verarbeitung dienenden Übertragungsstellen zwischen den Nervenzellen zerstört. Gleichzeitig kommt es zu einer Wucherung von Stützzellen. Eine tiefer liegende Hirnstruktur, die besonders frühzeitig Nervenzellenuntergänge aufweist, ist der Meynert-Basalkern, dessen Nervenzellen den Überträgerstoff Acetylcholin erzeugen. Infolge des Absterben von Zellen in diesem Kern kommt es zu einer erheblichen Verminderung des Überträgerstoffes in der Hirnrinde. Diese Veränderung bewirkt Störungen der Informationsverarbeitung und ist ursächlich am Gedächtnisverlust beteiligt. Das Typische der Alzheimer- Krankheit besteht darin, dass das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Eiweißbruchstücken einhergeht, die sich in Form von Fäserchen im Gehirn ablagern. Dabei handelt es sich erstens um die von Alois Alzheimer beschriebenen Neurofibrillenbündel. Diese innerhalb vieler Nervenzellen nachweisbaren Knäuel bestehen aus Tau-Protein, einem normalen Bestandteil des Zellenskeletts. Bei der Alzheimer- Krankheit wird das Tau-Protein jedoch übermäßig mit Phosphatgruppen beladen. Dadurch kommt es in der Zelle zu Störungen von Stabilisierungs- und Transportprozessen, die letztlich zum Absterben der Zelle führen. Die zweite für die Alzheimer- Krankheit charakteristische krankhafte Eiweißablagerung sind die zwischen den Nervenzellen zu findenden Plaques. Sie bestehen aus einem zentralen Amyloid-Kern, der von krankhaft veränderten Nervenzellfortsätzen und Stützzellen umgeben wird. Bei zahlreichen Patienten lagert sich das Amyloid auch in der Wand kleiner Blutgefäße ab. Dadurch verschlechtert sich ihre Durchlässigkeit und es kommt zu Störungen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns. Das Amyloid ist ein Spaltprodukt eines größeren Eiweißmoleküls, dessen Funktion bisher nicht genau bekannt ist. In seltenen Fällen werden sie durch Veränderungen des Erbgutes auf den Chromosomen 1, 14 oder 21 hervorgerufen. Schädel-Hirn-Traumata - auch wenn sie bereits Jahre zurückliegen, können das Risiko, an Alzheimer zu erkranken wesentlich erhöhen. „Zudem begünstigen spezielle Eiweißtypen wie das Apolipoprotein E, die für den Cholesterintransport verantwortlich sind, die Ablagerung der Amyloide“, so der Alzheimer- Experte Kurz. Die Lipoproteine wurden bei Alzheimer- Patienten dreimal häufiger gefunden als bei gesunden Menschen. Seit kurzen steht auch das Bakterium Chlamydia pneumoniae im Verdacht, an der Entwicklung von Alzheimer beteiligt zu sein. Amerikanische Ärzte hatten Chlamydien in 17 von 19 Gehirnen verstorbener Alzheimer- Patienten entdeckt. Alan Hudson von der State University in Detroit fand diese Bakterien auffällig häufig bei Patienten, die auch eine genetische Veranlagung zu Alzheimer haben. Die Diagnose - Die Diagnose erfolgt in drei Schritten. Eine sorgfältige Diagnose grenzt Alzheimer von gutartiger Vergesslichkeit und Depression ab. Sie umfasst laut Deutscher Alzheimer- Gesellschaft e. V. Tests des Gedächtnisses und anderer Leistungen, körperliche Untersuchungen, Laborbestimmungen und bildgebende Verfahren (z. B. Computer-Tomographie). Besonders wichtig ist das Gespräch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.
1. Erkennen des typischen Symptommusters Zur Diagnose werden bestimmte Tests eingesetzt. Weit verbreitet ist der Mini Mental Status Test. Ziel des ersten Untersuchungsschrittes ist die Abgrenzung der Erkrankung, um andere, ähnlich verlaufende Krankheiten ausschließen zu können. 2. Identifizieren der Alzheimer- Krankheit als Ursache Die Alzheimer- Krankheit zeichnet sich durch einen schleichenden Beginn und durch eine allmähliche Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten aus. Gerade im Anfangsstadium ist es sehr schwer die Alzheimer- Krankheit von einer normalen Altersdemenz abzugrenzen. Häufig kommt der Faktor des Versteckens hinzu. Das heißt, die betreffenden Personen überspielen Gedächtnislücken. Körperliche Symptome fehlen in den ersten Krankheitsjahren. Um andere Ursachen ausschließen zu können führt der Arzt bestimmte Blutwertuntersuchungen durch und lässt eine Röntgenschichtaufnahme (Computertomogramm) des Gehirns anfertigen. 3. Erfassen von individuellen Problemen und erhaltenen Fähigkeiten Für die Aufstellung eines Behandlungsplans, der individuelle Problembereiche aber auch vorhandene Fähigkeiten eines Alzheimer- Kranken berücksichtigt, wird der Arzt auch nach Unruhezuständen, Antriebsarmut, Aggressivität, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, depressiven Verstimmungen und Sinnestäuschungen fragen. Weiterhin erkundigt er sich nach erhaltenen Eigenschaften wie sozialen Umgangsformen, Kommunikationsfähigkeit und praktischen Fertigkeiten. 4. Grenzen der Diagnostik Die Angaben einer gut informierten Bezugsperson (unmittelbare Angehörige) sind die wichtigste Informationsquelle des Arztes. Die klinische Diagnose der Alzheimer- Krankheit ist in über 80% der Fälle zutreffend. Die Sicherheit kann durch spezielle Untersuchungen noch erhöht werden. Dazu gehören die Darstellung der regionalen Hirndurchblutung oder des regionalen Hirnstoffwechsels. Einen zuverlässigen Labortest für die Alzheimer- Krankheit gibt es bisher noch nicht. Mit endgültiger Gewissheit lässt sich die Diagnose der Alzheimer- Krankheit nur nach dem Tod durch die Untersuchung des Gehirns stellen. Krankheitsstadien bei der Alzheimer'schen Krankheit Es gibt viele Möglichkeiten um den Verlauf der progressiv fortschreitenden Alzheimer Krankheit in Stadien einzuteilen. Viele Pflegepersonen haben das nachfolgende Schema bei der Fürsorge und Pflegeplanung als nützlich empfunden. (Übernommen von Reisberg, B., Ferris, S.H., Leon, J.J. & Crook, T. Die allgemeine Krankheitsverlaufsskala für die Einschätzung von primären degenerativen Demenzerkrankungen. American Journal of Psychiatry, 1982)
Stadium 1 Bisher gibt es keine Therapie, mit der Alzheimer- Patienten geheilt werden könnten. Medikamente und psychologische Betreuung beeinflussen zwar die Symptome und den Verlauf der Krankheit, können sie aber nicht aufhalten. Meist verordnen Ärzte so genannte Antidementiva (z. B. Nootrop, Nimotop, Tebonin, Encephabol). Mit diesen Medikamenten lassen sich die Gedächtnisleistungen verbessern und Verhaltensstörungen lindern. Sie sind laut Prof. Kurz „allgemein gut verträglich“. Die neueste Medikamenten- Generation sind Acetylcholinesterase- Hemmer (Cognex, Ecelon, Aricept). Die häufigsten Nebenwirkungen dieser Medikamente bestehen – abhängig von der Dosis – in Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, die „bei vorsichtiger Handhabung jedoch kaum auftreten“, so der Alzheimer- Experte. „Cognex kann hingegen Leberschäden verursachen und hat sich deswegen nicht durchgesetzt.“ |
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2. Demenz (Degenerative Hirnleistungsschwäche) Kommt es beim Altern in jedem Fall zu geistigem Abbau? Das Alter führt bei den meisten Menschen zu einem allgemeinen Leistungsabbau. Dies gilt auch für das Gehirn. Alte Menschen reagieren, denken und sprechen oft langsamer als in ihrer Jugend, was ganz natürlich ist. Älter zu werden bedeutet aber nicht unbedingt, dass der Geist schwächer wird. Allerdings nimmt durch die steigende Lebenserwartung der Menschen auch der Anteil älterer, von Demenz betroffener Menschen zu.
Warum kommt es zur Demenz? Häufigste Ursache: Alzheimer Krankheit Zweithäufigste Ursache: Folge eines Schlaganfalls (Multiinfarktgeschehen) Andere Ursachen: Eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses als erstes Symptom ist meist schon im Alter von 60 bis 70 Jahren zu beobachten. Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung lassen nach, Sprachstörungen treten auf, die Müdigkeit nimmt zu. Oftmals ist das Orientierungsvermögen stark eingeschränkt, dem Betroffenen fällt es schwer, Dinge und Personen wieder zu erkennen. Zu gröberen Einschränkungen kommt es, wenn Körperpflege und Nahrungsaufnahme Probleme bereiten. Die psychische Beeinträchtigung kann sich schließlich in einer Persönlichkeitsveränderung mit Angst, Aggression und Depression äußern. Kann Demenz behandelt werden? Die Behandlung kann eine bereits vorhandene Schädigung nicht mehr rückgängig machen. Dennoch ist es heute möglich, wesentliche Bereiche der organisch bedingten Symptome zu lindern. Die Forschung der letzten Jahre deutet darauf hin, dass in nächster Zeit noch bessere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Wie kann man dementen Personen im Alltag helfen? Am besten hilft man den Betroffenen, in dem man sie geistig und körperlich fordert. Es ist nie zu spät, mit entsprechenden Übungen zu beginnen! Auch stark beeinträchtigte Personen können Fortschritte hinsichtlich des Orientierungs- und Gedächtnisvermögens und in Bezug auf praktische Fertigkeiten erreichen. Multi-Infarkt-Demenz Was ist Demenz? Demenz ist der Überbegriff für nachlassende geistige Fähigkeiten als Folge einer Hirnschädigung. Die Patienten leiden häufig an Gedächtnisstörungen, Abnahme des Denkvermögens, Orientierungsstörungen oder Wahrnehmungsstörungen. Was ist Multi-Infarkt-Demenz? Multi-Infarkt-Demenz ist eine Art Demenz, die von vielen kleinen Blutgerinnseln (Verstopfungen in den Gefäßen) im Gehirn ausgelöst werden. Zu diesen Gerinnseln kommt es in den meisten Fällen aufgrund einer Schädigung von Blutgefäßen durch Arteriosklerose ("Verkalkung"). Die Blutgerinnsel lösen einen Sauerstoffmangel im Gehirn aus, der zum Absterben vieler einzelner Gehirnzellen führt. Da diese Schäden bisher nicht behoben werden können, kommt der Vorbeugung ein hoher Stellenwert zu. Die Krankheit tritt häufig bei Personen in Erscheinung, die einen unregelmäßigen Herzrhythmus haben oder an Verengungen der Gefäße, die das Gehirn versorgen, leiden.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Multi-Infarkt-Demenz? Dieselben Faktoren, die zu Schlaganfällen führen, können auch das Risiko für Multi-Infarkt-Demenz steigern: Alle diese Faktoren tragen zur Arterienverkalkung bei, bzw. stellen die Folge dieser Verkalkung dar, die wahrscheinlich die eigentliche Ursache der Krankheit ist. Wenn die Arterienverkalkung verhindert wird, kann auch die Gefahr der Multi-Infarkt-Demenz begrenzt werden. Welche Symptome treten auf? Die Multi-Infarkt-Demenz kann schleichend, aber auch relativ plötzlich beginnen. Als erstes Zeichen tritt häufig eine zunehmende Vergesslichkeit auf. Manchmal stehen jedoch auch eine Änderung der Stimmungslage mit häufiger Gereiztheit oder einer auffälligen Labilität der Stimmung (z. B. plötzliches Weinen) zunächst ganz im Vordergrund. Auch auffällige Verhaltensänderungen, welche zunächst meist von Angehörigen bemerkt werden, können am Beginn der Erkrankung stehen. Im Laufe der Zeit fällt es den Patienten zunehmend schwerer, die normalen Dinge des Alltags zu meistern. Anfangs spüren die Betroffenen oft selbst, dass etwas nicht stimmt. Doch mit Verschlechterung des Zustands verschwindet häufig die Erkenntnis der eigenen Krankheit. Was sind die Warnzeichen? Viele Menschen leiden unter Vergesslichkeit, sollte diese Vergesslichkeit jedoch zunehmen, könnte es ein Zeichen für eine beginnende Demenz sein. Aber, wie bereits erwähnt, können auch auffällige Verhaltensänderungen oder ungewöhnliche Stimmungsschwankungen erste Hinweise für die Erkrankung sein. Da Verwandte oder nahestehende Personen häufig als erste solche Veränderungen bemerken, kommt ihnen bei der frühen Erfassung solcher Warnzeichen eine wichtige Rolle zu. Wenn Sie bei sich selbst oder bei einem Angehörigen derartige Veränderungen feststellen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Was kann man selbst dagegen tun? Um der Multi-Infarkt-Demenz vorzubeugen, kann man: Manch andere Krankheiten können demenzähnliche Symptome aufweisen. Daher versucht der Arzt, diese bei einer Untersuchung auszuschließen. Es handelt sich um folgende Krankheiten:
Durch Befragung und spezielle Testverfahren versucht der Arzt mögliche Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit zu erfassen. Körperliche Untersuchung und technische Verfahren, wie eine CT-Untersuchung (Computertomographie) des Gehirns oder eine Blutuntersuchung dienen dem Ausschluss anderer Erkrankungen, bzw. der Erfassung von Risikofaktoren. Haben Sie z. B. gleichzeitig einen unregelmäßigen Herzrhythmus und eine Verkalkung der Gefäße, die das Gehirn versorgen, können dies Hinweise für die Diagnose Multi-Infarkt-Demenz sein. Wie wird die Multi-Infarkt-Demenz behandelt? Gegen die bereits vorhandenen Schäden kann der Arzt nichts tun. Er wird jedoch versuchen, den weiteren Verlauf der Krankheit zu bremsen. Dabei kommt der Behandlung der o. g. Risikofaktoren die größte Bedeutung zu. Einen weiteren Behandlungsansatz stellt die Hemmung der Blutgerinnung ("Blutverdünnung") dar. Dadurch soll das weitere Auftreten kleiner Blutgerinnsel verhindert werden. Das dazu am häufigsten verwendete Medikament ist die Acetylsalicylsäure (auch im Aspirin vorhanden). Liegt zusätzlich eine Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus vor, kann eine stärkere Blutverdünnende Behandlung mit Phenprocoumon oder Warfarin notwendig werden. Spezielle Medikamente zur Behandlung der Demenz, sog. Notropika, liegen in großer Zahl vor. Ihre Wirksamkeit ist jedoch in vielen Fällen noch nicht eindeutig belegt. Über ihre Anwendung sollte ein erfahrener Arzt, unter besonderer Berücksichtigung von möglichen Nebenwirkungen, entscheiden.
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